Angela's Blog

Angela und Eli in Kyela

 
08Sept
2014

Danke!

Hallo allerseits :)

Seit gut sechs Wochen bin ich jetzt wieder zu Hause in Deutschland. Ich habe mich schnell wieder eingelebt und schon bald beginnt für mich das Studium. 

Vorher möchte ich mich aber noch bei allen bedanken, die mich durch Spenden, Briefe, Mails und ähnlichem unterstützt haben. Ich hoffe ihr hattet Spaß meine Berichte zu lesen und so ein bisschen Anteil an meinem Leben in Tansania zu haben.

Für mich waren es unvergessliche zehn Monate. Ich habe es keine Sekunde bereut, vor eineinhalb Jahren meine Bewerbung an die Caritas zu schicken. Auch deren Mitarbeitern gilt mein größter Dank. Ihr habet euch toll um uns gekümmert, den Aufenthalt gut organisiert und viele Mühen auf euch genommen, um uns zu unterstützen.

Allen, die auch mit dem Gedanken spielen, ein freiwilliges soziales Jahr in Tansania zu machen, kann ich nur sagen: Es lohnt sich auf jeden Fall! Ich würde es jederzeit wieder machen. Bei Fragen könnt ihr mir natürlich auch jederzeit gerne schreiben.

Kwa heri! - Auf Wiedersehen!

Eure Angela

26Juli
2014

Abschied nehmen...

Die Aufregungen der letzten Wochen fingen mit dem Shooting am vorletzten Samstag an. In aller Herrgottsfrühe trafen wir uns an der Kirche, um den Transporter zu beladen. Nicht nur die gesamte Elektrik und die Kochutensilien sondern auch unsere ganzen Uniformen wurden in Tüten und Koffer verpackt und auf der Ladefläche verstaut. Auf ging es zum Filmset. Das bestand aus einer großen Kuhwiese mit ein paar wenigen kleinen Büschen. Im Hintergrund ging die Sonne gerade über den Livingstone Mountains auf - ein herrlicher Anblick. Ratz fatz wurde alles aufgebaut und schon nach einer halben Stunde tanzten die ersten Gruppen vor der Kamera. Doch zu früh gefreut. Das erste Lied war noch nicht im Kasten da herrschte plötzlich Totenstille. Der Generator hatte den Geist aufgegeben. Wie gut, dass ein Auto vor Ort war, sodass einige Männer sich auf den Weg in die Stadt machen konnten um einen neuen zu besorgen. Das dauerte aber natürlich seine Zeit. Wir tranken Tee und aßen Gebäck während wir ??? zusehen mussten, wie die Sonne immer höher stieg. Als es dann schließlich weiter ging, war es schon ganz schön warm. Es war keine Wolke am Himmel und auch kaum Schatten zu finden. Dennoch tanzten wir was das Zeug hielt und lächelten schön in die Kamera. Die beiden Weißen mussten natürlich auch bei jeder Aufnahme dabei sein. Während die andern Frauen auch mal entspannen durften, tanzten wir gleich mit den Männern weiter. Am Anfang suchten wir uns noch ein verstecktes Plätzchen, um uns umzuziehen. Mit jedem Mal fielen da aber die Hemmungen. Am Ende musste alles so schnell gehen, dass uns das vollkommen egal war.

Gegen zwölf Uhr gab es schließlich eine Mittagspause. Die hatten wir uns auch wohl verdient. Vollkommen am Ende legten wir uns in den Schatten und genossen die Ruhe. Erst jetzt merkten wir, dass unsere Gesichter ziemlich errötet waren. Manchmal fehlt einem halt auch nach zehn Monaten noch die Mama, die ganz bestimmt an die Sonnencreme gedacht hätte. Für uns hieß es jetzt Zähne zusammen beißen – weiter ging’s.

Erst als es schon wieder dunkel war, kehrten wir zurück nach Hause. So ging ein schöner aber anstrengender Tag zu Ende.

In der letzten Kindergartenwoche haben wir uns dann noch eine kleine Überraschung für die Kinder überlegt. Wir putzen eine Wand des Klassenzimmers und gestalteten diese schließlich mit den Kleinen neu. Jeder durfte seine Hand mit Farbe anmalen und auf der Wand abdrücken. Das war natürlich ein absolutes Highlight. Die Kinder waren ganz begeistert und es ist auch ein echt schönes Bild dabei herausgekommen.

Auch bei den Lehrerinnen wollten wir uns natürlich noch bedanken und uns von ihnen verabschieden. Schließlich haben wir jetzt echt eine ganze Zeit zusammen gearbeitet und die beien waren immer super lieb zu uns und haben uns alles super erklärt und uns bei allen Problemen geholfen. So luden wir sie am letzten Freitag zu einem deutschen Abschiedsessen ein. Es gab Gulasch mit Kartoffeln und Krautsalat. Den Zweien schien das super zu schmecken – sie nahmen beide gerne nach. Auch sie bedankten sich für unsere tolle Zusammenarbeit und schenkten uns zum Abschied tansanische Tücher.

Am Samstag ging es dann direkt weiter. Wir backten Kuchen für unsere Chöre, fingen an unsere Koffer zu packen und putzen noch einmal Dusche und Bad.

Während wir bei unserer letzten Chorprobe waren, kamen zwei Novizinnen. Die lösten uns sozusagen ab. Bis Mitte September wohnen sie jetzt in Kyela.

Am Sonntag sangen wir zum letzten Mal in der Messe. Ein komisches Gefühl aber so richtig konnte man es noch gar nicht realisieren. Auch unsere Abschiedsrede an die Gemeinde schien irgendwie noch fehl am Platz. Erst mittags dann, als wir mit den Schwestern und dem Priester ein großes Abschiedsessen hatten, kullerten doch die Tränen. In den zehn Monaten haben wir doch eine ziemlich enge Bindung zu unseren Schwestern aufgebaut und besonders Sister Natalia fiel es auch sichtlich schwer, ihre Kinder gehen zu lassen. Aber da führte nun mal kein weg dran vorbei. Sie hat uns aber versprochen, dass sie nicht vor unserer Hochzeit stirbt und wir uns spätestens dann noch mal wieder sehen.

Nach einer kleinen Mittagspause ging es also schon etwas besser gelaunt zum Abschiedsfest unserer Chöre. Sie hatten für uns gekocht und noch ein letztes Mal tanzten und sangen wir zusammen bevor wir uns dann von allen verabschiedeten.

Auch wenn es schon spät war ließen wir uns es danach dennoch nicht nehmen mit den Schwestern die restlichen Sambusas vom Mittag zu essen und mit ihnen zu quatschen.

Am nächsten morgen begleiteten sie uns aber auch alle noch zu Busbahnhof. Wie früher beim Ferienlager saßen wir an die Scheibe gequetscht im Bus und winkten zum Abschied.

Momentan befinden wir uns im Agape Center in Dar-es-Salaam. Gemeinsam mit unseren Mitfreiwilligen haben wir hier zum Abschluss noch einmal Zeit, unsere Erlebnisse zu reflektieren. Heute Abend nach dem Abendessen geht es dann auf zum Flughafen und morgen landen wir schon wieder in Frankfurt – wir können es immer noch nicht so ganz fassen.

Schon sind die zehn aufregenden und gleichzeitig wunderschönen Monate hier in Tansania für uns zu Ende. Doch es ist ganz sicher kein Abschied für immer – wir werden wieder kommen!

 

Liebe Grüße nach Deutschland!

Bis morgen!

Eure Angela

Los geht's :) Ein Foto mit dem Chorleiter... ... und eins mit dem Tanzlehrer :) Auch die Männer machen eine gute Figur! Die Mittagspause im Schatten genießen :) Die Kleinen kann man ja nur vermissen!! Abschiedsgeschenkeee :) Und ein letztes Abschiedsfoto mit allen zusammen :) Schon ist unsere gemeinsame Zeit vorbei :o

 

 

07Juli
2014

Standby! Camera on!

Nach 4 schönen Wochen im Urlaub, in denen wir ein paar andere Teile Tansanias gesichtet haben, sind wir nun seit gut einer Woche wieder zurück in Kyela. Bei unserer Rückkehr trafen wir als allererstes auf Lea, unser neues Hausmädchen. Deshalb mussten wir nicht mehr Kochen und wir hatten die vergangene Woche Zeit, Mappen für die Kinder mit ihren Bildern zu machen, kleine Geschenke für die Schwestern und unsere Chöre zu besorgen und unser Zimmer auszumisten, sodass jetzt alles für unsere Abreise in nur zwei Wochen vorbereitet ist und wir die letzten Tage genießen können.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Zeit zum Entspannen ist. Gestern teilte uns der Vorsitzende, des Chores, mit dem wir tanzen mit, dass die Aufnahmen am nächsten Samstag stattfinden würden. Zuerst waren wir total schockiert, „Was so schnell sollen wir alle Choreografien lernen???!!!“ Aber die Erleichterung folgte, als uns der Mann mitteilte, dass das Hauptshooting erst in ein paar Wochen sein solle. „Am Samstag shooten wir nur vier Lieder, damit ihr auch noch im Video mit dabei seid!“ So ein Glück! Denn schon die Schritte und Texte für die vier Lieder zu behalten ist schwierig genug. Deshalb haben wir jetzt jeden Tag ab vier Uhr Training, das Ende ist offen. „Wir tanzen, bis wir die Steps können! Speedy, speedy!“ Bis es schließlich Samstag heisst, „Standby! Camera on!“

Am Sonntag folgt dann hoffentlich ein spannendes WM-Finale, das unsere Nationalmannschaft gewinnt. Die Spiele verfolgen wir selbstverständlich auch am anderen Ende der Welt. Zwischen 40 schwarzen Männern sitzen wir als einzige Frauen in Begleitung des hiesigen Polizeichefs im Biergarten eines kleinen Hotels. Natürlich mit Deutschlandfahne und Fanschminke! Schon etwas anders als zuhause, aber doch immer amüsant!

Wir freuen uns schon auf das Halbfinale morgen gegen Brasilien!

Bis dahin!

Eure Angela

31Mai
2014

Hoher Besuch in Kyela!

Hallo Ihr Lieben!

 Es gibt wieder einmal Neuigkeiten aus Tansania. Eines schönen Freitag Abends Anfang Mai kam unbeliebter Besuch – die Oberschwester aus Mbeya hatte sich nach Kyela verirrt. „Oh nein! Was will die denn hier?“, dachten wir. Doch nach einem Gespräch mit der Schwester war klar, warum sie hier war. In einer Woche würden zehn Schwester und der Bischof für zehn Tage zu uns kommen, um die „Schweige-Woche“ vor ihrem 25jährigen Jubiläum am 31. Mai zu feiern. „Äh, wo sollen die denn alle schlafen?“, fragten wir Schwester Natalia irritiert. „Kein Problem! In den Zimmer drei, in dem Zimmer drei… Die bringen alles mit – Matratzen, Essen, Eimer,…Und wenn ein neues Hausmädchen kommt, dann schläft es in der Vorratskammer. Du putzt Toiletten und Bäder, du Wohn- und Gästezimmer und wir die Küche! Auf geht’s!“

Und so entrümpelten wir eine Woche unser Haus. Das Feuer im Hof brannte ununterbrochen, so viel Dreck und Müll kam dabei zum Vorschein. Als dann die beiden Kochschwestern mit den Vorräten eintrafen, ging es in der Küche weiter mit der Arbeit. Ein Kartoffelsack voll mit Erdnüssen musste geknackt und geröstet werden, es wurden Brote gebacken und Wasser abgekocht.

Schließlich hieß es: „Der Bischof ist auf dem Weg!“ Da wurde es dann richtig stressig. Der wird hier nämlich wie Jesus persönlich behandelt. Für seine Ankunft wurde der Weg mit Tüchern und Palmzweigen ausgelegt – genau wie in der Bibel. Nur, dass Jesus sicher nicht noch extra eine Coke Zero beanspruchte, die hier auf dem Markt nahezu unauffindbar ist. Ein Jesus mit Starallüren!

Trotzdem alles in allem ein nettes Kerlchen. Er behielt sofort unsere Namen und war ganz interessiert, wo wir herkamen und was wir hier so machten. Er selbst hat sogar zwischenzeitlich in Vechta studiert.

Während die Schwestern schwiegen, beteten und lernten, hielten wir den Laden zusammen mit den Kochschwestern am Laufen. Jeden Tag ging es ca. 3 Mal zu Markt, weil die Servietten leer waren, die Coke Zero oder das „Kilimanjaro“-Wasser. Vor jedem Essen - es gab fünf Mahlzeiten! – musste der Tisch gedeckt werden und mit einem Wasserkännchen in dem sich - ganz wichtig - lauwarmes Wasser befand, wuschen wir den Schwestern und dem Bischof die Hände. Wichtig war dabei auch stets die Diskretion. Der Bischof sollte schließlich nicht merken, wie viel Arbeit er verursachte.

Am letzten Abend gab es dann noch eine kleine Abschiedsfeier. Wir kochten ein großes Essen und aßen alle gemeinsam im Innenhof. Singend und tanzend überreichten die Schwestern dem Bischof, dem Priester, den Kochschwestern und uns kleine Geschenke als Dankeschön für die schönen Tage, die sie hier hatten. Außerdem gab es Kuchen. Der Priester ging mit den klein geschnittenen Kuchenstückchen herum und jeder wurde gefüttert.

Wir durften dann noch bis zwölf Uhr abspülen. Das machte uns aber nichts mehr aus. Wir waren einfach nur noch froh am nächsten Tag etwas „Ruhe“ zu haben. Die konnten wir jedoch auch nicht so lange genießen, denn morgen geht es für uns ab in den Urlaub und so gab es noch einiges zu besorgen und zu erledigen. Die Rucksäcke warten auch immer noch darauf, gepackt zu werden. Deshalb wünsche ich euch jetzt ein schönes Wochenende und begebe mich zurück an die Arbeit.

 Bis dahin

 Eure Angela

Hoher Besuch! Es war uns eine Ehre! Mhh..lecker! Die Kochschwestern - Wir waren ein gutes Team!

29April
2014

Frohe Ostern!

Am 11. April fingen für uns die Osterferien an. Die wollten wir nutzen, ein Bisschen was von Tansania zu sehen und einen Freund zu besuchen, der momentan in Sumbawanga ganz im Westen des Landes wohnt. Am Samstagmorgen machten wir uns ganz früh auf den Weg, weil uns der Priester zuvor gesagt hatte, wir würden die Reise niemals an einem Tag schaffen. In Mbeya angekommen stellte sich aber schnell heraus, dass das alles kein Problem sei. Sofort buchten wir ein Ticket für den Bus nach Sumbawanga um 11 Uhr und setzten uns dann erst einmal gemütlich in ein Cafe um dort zu frühstücken.

Dank neu erbauter Straße der „People of America“ kamen wir pünktlich um 18 Uhr am Busbahnhof an, wo Simon bereits auf uns wartete. Mit dem Taxi fuhren wir zu dem Haus, in dem er gemeinsam mit drei anderen Volontären wohnt. Nachdem wir unsere Sachen ins Gästezimmer gebracht hatten und mit fließendem aber eiskaltem Wasser geduscht hatten, machten wir dann Burger!!

Als wir ausreichend gesättigt waren gingen wir mit Simon und einem seiner tansanischen Freunde zunächst in eine kleine gemütliche Bar, wo wir uns bei einem kühlen Bier, welches man hier extra kalt bestellen muss, unterhielten und ein bisschen Fußball schauten. Später ging es dann weiter in einen unglaublich europäischen Nachtclub. Wir mussten Eintritt bezahlen und wurden abgetastet bevor uns der Türsteher rein ließ. Drinnen wurden uns alle Getränke ausgegeben. Wir amüsierten uns köstlich und tanzten ein wenig.

Wieder am Haus angekommen wurden dann Eier in die Pfanne gehauen um auch die deutschen Traditionen hier nicht zu vernachlässigen.

Am nächsten Tag erkundeten wir zusammen die Stadt, die eindeutig größer ist als Kyela. Auf dem Markt kauften wir die Zutaten fürs Abendessen und in einem Cafe genossen wir einen Smoothie und Milcheis mit Schokoladenüberzug!!

Auf dem Rückweg schauten wir dann noch im Kinderheim vorbei, in dem Simon nachmittags arbeitet. Dieses ist für hiesige Verhältnisse echt luxuriös. Es wird von den Rotariern gefördert. Man merkt aber hier schnell, dass die Waisenkinder deutlich mehr Aufmerksamkeit brauchen als unsere Kinder im Kindergarten.

Nach dem Abendbrot spielten wir noch eine Runde Karten bevor wir uns mit Socken, langen Hosen, Pullis und Decken ins Bett lümmelten. Trotzdem war die Nacht nicht allzu lang den wir wachten früher auf als geplant weil uns viel zu kalt war.

Umso mehr freuten wir uns, dass es heute weiter zum Lake Tanganjika ging, an dem das Klima wieder eher mit dem in Kyela zu vergleichen war.

Nach einer luxuriösen Fahrt im Privatjeep staunten wir nicht schlecht, als wir an dem Traumstrand in Kasanga ankamen. Wir sonnten uns, schwammen eine Runde, aßen frischen Fisch und ließen den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen.

Mehr Action bot der nächste Tag. Wir stiegen in unseren Luxusschlitten und auf ging es zu den Kalambo Falls. Kaum losgefahren erreichte uns ein Anruf, wir sollten in dem nächsten Fischerdorf noch eine Kranke aufsammeln, und sie zu einem Wunderheiler bringen. Später stellte sich heraus, dass es ein Kind war. Es litt wohl unter Bauchschmerzen und ihre Mutter wollte mit ihm zu einem normalen Krankenhaus, welches auf unserem Weg läge. Unterwegs unterhielten wir uns ein wenig mit der Frau, die uns berichtete sie würde heute noch wieder zurück fahren wollen und wir sollten sie auf dem Rückweg wieder einsammeln. Das fanden wir etwas verwunderlich, denn sie hatte eine ganze Menge Gepäck dabei. Letztendlich sollten wir sie dann auch in einem kleinen Dorf heraus lassen, in dem sich definitiv kein Krankenhaus befand und 10.000 Schillinge wollte sie  auch noch haben. Die würde sie uns später zurückzahlen. Mittlerweile glaubten wir nicht mehr daran, dass wir die Frau und unser Geld jemals wieder sehen würden aber sie versicherte uns sie würde später an der Straße auf uns warten.

Für uns ging also die Fahrt weiter zu den Wasserfällen. Das letzte Stück mussten wir laufen aber als wir an der Schlucht ankamen waren alle Strapazen vergessen. Unmengen an Wasser stürzten 230m in die Tiefe und landeten in einer atemberaubenden Schlucht, durch die sich ein Fluss bis zum Tanganjikasee schlängelte. Auf dem Bauch konnte man bis zum Felsvorsprung robben und von dort den Blick in die Tiefe wagen. Der strahlend blaue Himmel und der Regenbogen, der durch das aufspritzende Wasser entstand, waren das Tüpfelchen auf dem I. Eine Weile genossen wir diesen Anblick und stiegen dann noch Weiter hinauf, um auch auf den See blicken zu können.

Schließlich mussten wir zurück zum Auto, weil wir pünktlich zum Zähneputzen der Kinder zurück im Waisenheim sein wollten. Auf dem Weg stand dann doch tatsächlich die Frau am Rand. Sie kam zwar nicht mehr mit zurück, gab uns aber das Geld wieder.

Das Zähneputzen hat echt Spaß gemacht. Die deutsche Medizin für die Zähne ist bei den Kindern super beliebt und auch beim Auto spielen hatten die Kleinen sichtlich Freude. Dann ging es aber ab ins Bett und auch wir machten uns auf den Heimweg um zu duschen und uns fertig zu machen. Die Eltern einer Mitfreiwilligen von Simon waren in der Stadt und wir waren zum Essen und netten Beisammensein verabredet. Mit Chipsmayai und einem kühlen Bierchen gingen so unsere Ferien in Sumbawanga zu Ende.

Von Simon mussten wir uns aber noch nicht verabschieden – der begleitete uns am nächsten Morgen mit nach Kyela.

Dort erwartete uns jetzt ein „Mess-Marathon“.  Los ging es mit Gründonnerstag. Die Nachmittagsmesse war eigentlich wie jede andere Messe auch bis der Pastor nach der Predigt verkündete: „So jetzt geht es weiter mit dem Füße waschen.“ Und wir dachten uns: Mist! Wie sehen unsere Füße aus?!“ Zum Glück wurden dann aber nur zwölf auserwählten Männern die Füße gewaschen. Diesen Brauch kannten wir bisher noch nicht. Am Ende der Messe wurde außerdem die Monstranz auf einen kleinen Altar im hinteren Teil der Messe gebracht, wo er über Nacht von den Schwestern und anderen Gemeindemitgliedern bewacht wurde. Diese beteten mehrmals den Kreuzweg Jesu wodurch unsere nächtliche Ruhe einige Male unterbrochen wurde. Dennoch knieten auch wir am nächsten Morgen pünktlich um neun Uhr in der Kirche, um ein letztes Mal die Kreuzandacht zu beten. Nach der Andacht halfen dann Alle mit, die Bänke in die „neue“ Kirche zu tragen, in der wir am Nachmittag das erste Mal beteten. Diese wird seit 1983 von Spenden der Gemeindemitglieder gebaut, befindet sich aber immer noch im Rohbau.

Nachmittags war die Messe um 15 Uhr – pünktlich zur Todesstunde Jesu. Dafür traf ich mich um zwei Uhr mit meinem Chor. Wir trugen alle schwarze Röcke bzw. Hosen und Oberteile und banden uns Kopftücher aus schwarzem Stoff um. Nicht nur ich fand, dass ich damit etwas bescheuert aussah; auch die anderen Frauen fühlten sich nicht wirklich hübsch. Aber wir nahmen es mit Humor und lachten über uns selber.

Die Messe war ziemlich gut besucht, sodass die neue größere Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt war. Zuerst wurde die Passion Christi von ein paar Leuten aus dem Chor aufgeführt. Im zweiten Teil der Messe ging jeder nach vorne, um vor dem Kreuz niederzuknien und Jesus zu küssen. Das dauerte ewig, weil schon allein 200 Kinder da waren. Zudem gab es am Anfang nur ein Kreuz. Aber da merkten auch die Verantwortlichen schnell, dass wir so noch am nächsten Tag beschäftigt sein würden und holten so nach und nach weitere Kreuze heran. Dennoch waren wir eine ganze Weile mit der Prozedur beschäftigt.

Am Samstag gab es außer der Osternachtsmesse keinen weiteren Gottesdienst mehr, sodass wir Zeit hatten einen Kuchen zu backen und Ostereier zu färben. Bunte Eier waren auch für die Schwestern mal etwas Neues.

Nachts war der Weg zur Kirche etwas beschwerlich, da es in den letzten Tagen ziemlich viel geregnet hatte und überall Seen und Schlamm war. Auch jetzt regnete es ziemlich stark, sodass nur wenige Menschen den Weg zur Kirche fanden. Mit etwas Verspätung fingen wir dann aber dennoch mit dem Entzünden der Osterkerze am Osterfeuer an, welches sich unter dem Vordach der Kirche befand. Dann zogen wir gemeinsam mit unseren kleinen Kerzen in die Kirche ein. Das war zwar richtig gemütlich aber weder der Chor noch die Lautsprecher konnten gegen den Lärm, den der Regen auf dem Wellblechdach erzeugte ankommen, sodass wie von der eigentlichen Messe nicht viel mitbekamen. Der Priester verzichtete deshalb auch spontan auf die Predigt und schon bald wateten wir durch das Wasser zurück nach Hause. Dort gab es dann Bier und Kuchen.

Die Nacht war somit kurz, denn um fünf Uhr klingelte bereits der Wecker zum gemeinsamen Osterfrühstück bevor es dann um sechs Uhr erneut in die Kirche ging – diesmal eine Messe ohne Überraschungen.

Für das Osteressen schlachtete dann auch Simon sein erstes Huhn. Er war jedoch ebenso wenig begeistert wie ich. Am Nachmittag besuchten wir schließlich noch eine Freundin. In netter Runde saßen wir bei ihr im Wohnzimmer zusammen mit ein paar Männern aus dem Dorf und tranken Wein. Im Hintergrund lief eins der typischen Chorvideos und wir unterhielten uns nett.

Am Ostermontag dann wieder eine spektakulärere Messe – innerhalb von 15 Minuten wurden 15 Kinder getauft! Da staunten wir nicht schlecht. Bis zur Tanzprobe für das Chorvideo, in dem wir mittanzen werden, haben wir dann aber nur noch eine Runde gechillt.

So schnell war Ostern nun schon wieder vorbei und auch Simon machte sich auf den Heimweg.

Im Kindergarten bastelten wir in der folgenden Woche mit den Kleinen Papierboote. Der viele Regen ließ einen kleinen See vor dem Gebäude entstehen, in dem wir die Schiffchen super schwimmen lassen konnten. Die Kinder waren davon ganz fasziniert. „Die fahren jetzt bis nach Dar-Es-Salaam zum Meer!“, riefen sie begeistert.

Neben den Tanzproben hatte ich auch weiterhin jeden Tag Chorprobe denn am Wochenende fuhren wir gemeinsam nach Matema, wo wir auf einer Hochzeit sangen. Und weil dem Pastor unser Kuchen an Ostern so gut geschmeckt hat, wurden wir gleich auch noch beauftragt, einen Kuchen als Geschenk für das Brautpaar zu backen. Dreistöckig sollte der sein – eine ganz schöne Herausforderung. Den gesamten Freitag standen wir in  der Küche aber am Ende waren wir ziemlich stolz auf unser Werk, welches wir mit rotem Zuckerguss dekoriert hatten. Mit dem Restteig konnten wir sogar noch einen kleinen Kuchen für uns backen, welchen wir den Schwestern zum probieren gaben. Doch diese schienen nicht so begeistert zu sein, wie wir es uns erhofft hatten. „Der ist versalzen“, rückten sie schließlich mit der Sprache raus. Aber da wir kein bisschen Salz in den Teig getan hatten, glaubten wir das zunächst nicht – bis wir selber probierten. Die Lebensmittelfarbe enthielt wohl Salz und davon hatten wir nicht zu wenig benutzt. Mit einem Mal fingen wir alle an zu lachen. „Sch****! Was machen wir denn jetzt?“, fragten wir die Schwester sichtlich beunruhigt, denn mittlerweile war es auch schon fast zehn Uhr und der Markt hatte längst geschlossen. „Jetzt könnt ihr nichts mehr machen. Wir können nur noch hoffen, dass die Leute betrunken sind bevor sie den Kuchen essen.“, sagte die Schwester – Na toll!

Am nächsten Tag ging die Fahrt dann los. Ich verabschiedete mich von Eli und den Schwestern und stieg mit den anderen auf die Ladefläche des LKWs, der uns nach Matema bringen sollte. Wir saßen auf Bierkästen und Feuerholz, tranken und sangen. Die Stimmung war super. Allerdings kamen wir nicht allzu weit. Durch den Regen waren die Flüsse angestiegen und hatten zwei Brücken mitgerissen. Es hieß also: „Alle Mann runter wir müssen laufen!“ So trugen wir das Gepäck über den Fluss und stiegen auf der anderen Seite auf einen anderen LKW auf. Dieser brachte uns dann aber bis zum Ziel.

Dort angekommen begannen wir zunächst das Essen für die Hochzeit zu kochen. Gemütlich saßen wir draußen im Schatten eines Baumes, schälten Kartoffeln und Zwiebeln, sortierten Reis und rupften Hühner.

Als schließlich alles im Topf über dem Feuer brodelte, übernahmen die Frauen des Chores aus Matema die Aufsicht und wir machten uns auf den Weg zur Kirche. Wir waren schon ziemlich spät dran aber duschen wollten wir trotzdem noch bevor es losging. „Es gibt da vorne zwei Duschen.“, berichtete uns ein Mann aber wir beschlossen, dass das zu lange dauern würde. Das Hochzeitspaar war schon unterwegs und auch der Pastor zeigte schon auf seine Uhr. Also sprinteten wir alle zum See. Ein schneller Blick ob keine Männer am Strand waren, dann die Klamotten aus und rein ins kühle Nass; einmal einseifen und wieder raus. Während wir uns noch anzogen wurden wir schon angerufen. Das Brautpaar sei bereits da. So rannten wir zurück und tatsächlich warteten alle nur auf uns.

Die Trauung verlief dann aber ohne weitere Zwischenfälle. Braut und Bräutigam schienen beide super glücklich. Sie strahlten über beide Ohren und nachdem die Ringe getauscht waren gab es sogar eine Umarmung. Ich war hin und weg! So viel Zuneigung war ich von den anderen Hochzeiten, auf denen ich hier bisher war, definitiv nicht gewohnt. Und auch in der Öffentlichkeit sieht man nie Paare händchenhaltend oder sich gar küssend.

Nach der Messe fuhren wir dann noch zum Strand, um Fotos zu machen bevor unter freiem Himmel die Feier begann. Braut, Bräutigam und deren Familien stießen mit einem Sekt, wir anderen mit einer Cola an. Dann wurden die Eltern der beiden vorgestellt und hielten Reden. Auch der Pastor sagte noch ein paar Worte und legte eine Tanzeinlage aufs Parkett. Danach sollte dann der Kuchen angeschnitten werden. Mir fielen fast die Augen aus, als dieser rein getragen wurde. Das war unser Kuchen – unser versalzener Kuchen! „Oh. Mein. Gott.!“, dachte ich. Aber zum Glück sagte die Frau, die durch das Programm führte, dass der von den Schwestern gebacken worden sei. Es wusste also niemand, dass ich für das Schlamassel verantwortlich war und das Innere des Kuchens schmeckte ja auch vorzüglich.

Gemeinsam schnitten Braut und Bräutigam das erste Stück und fütterten sich gegenseitig. Dann übergaben sie jeweils einen Kuchen ihren neuen Schwiegereltern.

Es folgte das Überreichen der Geschenke. Von Musik begleitet brachten die Gruppen nacheinander tanzend ihre Präsente nach vorne und machten Fotos mit dem Brautpaar.

Schließlich fand der Hochzeitstanz statt. Ein Walzer war es zwar nicht aber sie schunkelten nett im Tankt der Musik und es gab einen Kuss auf den Mund! Dann schmiegen sie sich aneinander und der Schleier der Braut wurde auch über den Kopf des Bräutigams gelegt. Alles andere als romantisch war dann jedoch das Ende des Tanzes. Über das Mikrofon sagte die Frau, die durch das Programm leitete: „So es reicht jetzt! Die Leute haben Hunger.“ Doch auch wenn ich das etwas befremdlich fand, freute ich mich hoffen zu können, dass es jetzt endlich Essen gab. Mittlerweile war es 21 Uhr und ich hatte ja bisher nur gefrühstückt. Aber meine Hoffnungen wurden erfüllt. Es gab Gewürzreis, Kochbananen, Erbsen und Hähnchen. Wir aßen und tranken Bier und selbstgebrauten Alkohol. Gegen elf Uhr wurde dann ein Spalier gebildet und das Brautpaar verließ den Ort des Geschehens. Das ist hier wohl so Tradition. Doof für sie, denn sie verpassten so ihre eigene Party, die jetzt erst so richtig losging.

Zu Bongo Flava wurde getanzt und gesungen – niemand blieb mehr auf seinem Stuhl sitzen. Alle freuten sich, dass auch die Weiße tanzte wie die Afrikaner und auch mir hat es super Spaß gemacht. Es war ein echt toller Tag und ich hab mich richtig wohl gefühlt. Mittlerweile bin ich hier echt angekommen.

Wir feierten bis der Sprit vom Generator leer war und dann ging es in ein nahe gelegenes Haus, wo ein Zimmer für uns leer geräumt wurde. Die Männer schliefen in einem anderen Haus. Wir legten Bastmatten aus und deckten uns mit Kitenges (afrikanischen Stoffen) zu. Bequem ist wahrhaftig etwas anderes aber die Nacht war ja ohnehin nicht allzu lang. Um sechs Uhr klingelte der Wecker und pünktlich um halb acht begann das Einsingen. Vor der Sonntagsmesse gab es dann noch eine Tasse Tee und Gebäck auf die Hand und dann ging es ab in die Kirche.

Nach der Messe halfen wir noch ein Bisschen mit beim Aufräumen bevor es dann Mittagessen gab – der Chor aus Matema hatte für uns gekocht. Anschließend machten wir noch alle zusammen einen kleinen Strandspaziergang und schließlich hieß es: „ Alle auf die Ladefläche es geht ab nach Hause!“

Die Rückfahrt war deutlich ruhiger als die Hinfahrt, was ich jedoch sehr begrüßte denn ich war wie alle anderen auch ziemlich müde und nicht mehr allzu motiviert Lieder zu singen. Zu Hause fiel ich dann auch sofort ins Bett.

Wie ihr seht habe ich schon wieder eine ganze Menge erlebt. Die Zeit geht jetzt wahnsinnig schnell um. Bald geht es schon wieder auf nach Hause. Aber bis dahin werde ich die Zeit noch genießen.

 

Liebe Grüße

 

Eure Angela

Feiern in Sumbawanga! Eeeeiiiiissss :o Privatjeep - was für ein Luxus! Am Abgrund :D Was für ein Blick! Karfreitag - Ganz in schwarz Osterfeuer :) Festtagsbeleuchtung :D Und durchs Wasser geht's zurück... Singen am Ostersonntag in der Messe :) Einen tollen Chor habe ich!!Auf geht die Reise :) Hühnchenrupfen für die Hochzeit ... und Reis sortieren... ...und Zwiebeln schälen! Bis dass der Tod uns scheidet! Da singt man doch mit Freude :) Fotoshooting am Strand :) Und dann wird plötzlich unser Kuchen rein getragen :o Hochzeitsbuffet auf tansanische Art :D Und schon geht es zurück nach Kyela... Über den Fluss geht es nur noch zu Fuß... Es regnet, es regnet, die Erde wird nass! Eigentlich spielen wir hier immer mit den Kindern... Und auf geht die Reise! :)  

 

18März
2014

Neues aus Kyela!

Dieses Wochenende hatten wir Besuch. Debora, eine andere Feiwillige aus Vwavwa ist nach Kyela gekommen, um ein paar Tage mit uns zu verbringen. Zur Begrüßung hatten wir Streuselkuchen gebacken, der jedoch auch den Ameisen gut zu schmecken schien. Wir hatten größte Mühe die Krabbelviecher zu beseitigen bevor Debora ankam. Schließlich waren wir aber doch erfolgreich und so stand einem schönen Kaffeetrinken nichts mehr im Weg.

Danach ging es dann in die Kirche, wo in der Fastenzeit jeden Freitag der Kreuzweg gebetet wird. Das ist hier ganz einfach organisiert. In der Kirche werden rundherum DinA4-Blätter mit den Zahlen von eins bis fünfzehn aufgehängt, die dann ein Messdiener mit dem Kreuz abläuft während wir unsere Gebete sprechen.

Samstagmorgen waren wir um elf Uhr mit einer Freundin aus Elis Chor verabredet. Mit ihr wollten wir an den Hafen fahren um unserem Gast ein kleines Programm zu bieten. Eineinhalb Stunden später als gedacht ging es dann los. Das Auto der Firma fuhr ein Arbeitskollege von Fremina. Wir waren froh, dass es ein großer Truck war und kein kleines, schrottreifes Auto, wie man sie hier sonst gewöhnt ist. In der Nacht hatte es nämlich ziemlich stark geregnet und so glich die Straße teilweise eher einem mittelgroßen Fluss in dem sogar Leute fischten. Wir trauten unseren Augen kaum und glaubten nicht wirklich an eine sichere Ankunft am Ziel. Aber alles kein Problem. „Ab durch die Mitte!“, lautete das Motto.

Den so genannten Hafen konnten Debora, Eli und ich auch schließlich nicht wirklich als solchen identifizieren. Neben zwei kleinen alten Schiffen fanden wir lediglich ein paar Fischer in ihren Kanus vor. Wir wollten dennoch ein paar Bilder machen woraus sich dann ein riesiges Fotoshooting entwickelte. Die Afrikaner waren dermaßen begeistert von unserer Kamera, dass jeder aus jedem Blickwinkel einmal fotografiert werden musste. „Jetzt noch einmal lächeln! Schüttel noch einmal dein Haar! Noch ein Close-up! I’m a photographer by profession!“ - Wir kriegten uns nicht mehr ein vor Lachen. Ein weiteres Highlight waren die Fischernetze voller Müll, die stets mit aufs Bild mussten. „This is Tansania!“, sagten sie mit einem Lächeln auf den Lippen.

Danach spazierten wir noch ein Stückchen am Strand entlang. Hier saßen einige Fischer und boten ihre Fische zum Verkauf an wobei ich mich fragte, wie viele Menschen sich wohl durchschnittlich am Tag in diese Gegend verirrten. Andere Männer waren damit beschäftigt, aus einem einzigen Mangobaumstamm ein Kanu zu schnitzen.

Uns führte der Weg weiter zu einer Flussmündung. „ Hier können wir Krokodile sehen!“, wurde uns mitgeteilt. Nachdem wir etwas ängstlich durch das Dickicht gingen, teilte uns dann jedoch ein Dorfbewohner mit, dass sich die Tiere nur nachts blicken ließen. Also stiegen wir wieder ins Auto und fuhren zu einem anderen Strand, wo gerade ein neues Hotel gebaut wird. Dort spielten wir eine Runde Fußball und steckten die Füße ins Wasser.

Nachdem wir uns ausgepowert hatten ließen wir dann den Tag bei einem leckeren Gläschen Rotwein ausklingen. Der Ausflug hat richtig viel Spaß gemacht – vor allem, weil Fremina und Emmanuel echt gebildet und modern sind und man sich mit ihnen super unterhalten kann.

Am Sonntag nach dem Mittagessen ist Debora dann wieder zurück gefahren und so endete mal wieder ein schönes Wochenende. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Jetzt sind wir schon mehr als die Hälfte der Zeit hier in Kyela. Wir mögen gar nicht daran denken, dass wir unseren Kindern in vier Monaten schon das letzte Mal „Goodbye“ sagen.

Die Arbeit läuft zurzeit echt gut. Im Kunstunterricht haben wir den Kleinen die Geschichte der Raupe Nimmersatt erzählt und dann alle zusammen eine große Raupe gebastelt, die jetzt den Klassenraum schmückt. Das fanden auch die Lehrerinnen ganz toll.

Auch im Englischen machen die Kinder große Fortschritte. Jedes Kind kann sich mittlerweile mit Namen vorstellen, sagen wie es ihm geht und wo es her kommt. Das üben wir jede Woche mit einem kleinen Schauspiel. Die Kinder sind immer ganz begeistert, wenn sie sich ein bisschen verkleiden dürfen und vor der gesamten Klasse vorspielen können, was sie gelernt haben. Auch mit dem englischen Alphabet kommen wir immer mehr voran.

Zur Abwechslung zum Lernen spielen wir „Löwenjagd“, „Mein rechter, rechter Platz ist frei“ oder „Deckengeist“. Da machen alle gerne mit.

Wie unser Tagesablauf hier aussieht interessiert natürlich auch die Caritas und so haben wir die Aufgabe bekommen, am 17.03.2014 ein virtuelles Tagebuch zu erstellen. Hier auch für euch unsere Erlebnisse von gestern:

6:15 - Der Wecker klingelt

6:15-6:20 - Noch einmal umdrehen

6:20-6:25 - Ich stehe auf und setze Teewasser auf

6:25-6:55 - Wir machen eine Runde Pilates

6:55-7:05 - Wir decken den Tisch und befreien das Brot von Ameisen

7:05-8:00 - Wir frühstücken und tauschen die "Morgen-Habaris" mit Schwester Natalia aus

8:00-8:05 - Spülen ist angesagt!

8:05-8:30 - Wir machen uns fertig für den Kindergarten (Waschen, Zähne putzen, Bügeln, Anziehen, Tasche packen)

8:30-8:31 - Wir gehen zum Kindergarten, der direkt vor der Haustür ist

8:31-9:15 - Die Lehrerinnen und Schüler begrüßen uns und heißen uns in der Schule willkommen; wir kochen Uji über dem offenen Feuer und spielen mit ein paar Kindern

9:15-9:30 - im Spielkreis spielen und singen wir mit allen Kindern zusammen

9:30-9:40 - Die Kinder gehen unter den Bäumen ihr Geschäft erledigen; wir helfen den Kleinen

9:40-9:45 - Im Klassenraum beten wir gemeinsam und begrüßen uns auf Endlisch

9:45-10:00 - Wir wiederholen die Englischstunde von Freitag

10:00-10:20 - Mwalimu Msigwa unterrichtet Religion während wir einen Tee trinken

10:20-10:25 - Wir verteilen die Hefte und Stifte der Kinder

10:25-10:35 - Die Kinder malen und schreiben; wir spitzen Stifte mit einer Rasierklinge an

10:35-11:05 - Die Kinder kommen zu uns und zeigen uns ihre Werke. Wir korrigieren das Geschriebene

11:05-11:10 - Wir spielen mit den Kindern "Löwenjagd"

11:10-11:15 - Wir beten gemeinsam

11:15-11:30 - Wir verteilen Uji an die Kinder

11:30-11:45 - Wir spielen Klatschspiele mit den Kindern, malen mit ihnen im Sand und spielen Gummitwist

11:45-11:55 - Zusammen mit den Kindern räume ich die Tassen rein und den Rest draußen auf

11:55-12:00 - Wir danken Gott für den leckeren Uji und singen noch ein Lied

12:00-12:10 - Die großen Kinder gehen alleine nach Hause, die kleinen werden abgeholt

12:10-12:11 - Auch wir machen uns auf den Heimweg

12:11-12:15 - Ich unterhalte mich ein bisschen mit Schwester Leonia und den Hausmädchen

12:15-12:25 - Wir gucken uns die Fotos an, die wir im Kindergarten gemacht haben

12:25-12:55 - Ich schreibe einen Brief an meine Oma und meinen Opa

12:55-13:00 - Ich helfe dem Hausmädchen das Fahrrad aus der Vorratskammer zu holen

13:00-13:30 - Zusammen mit Schwester Leonia essen wir Mittagessen

13:30-13:45 - Die Hausmädchen helfen uns beim Abwasch

13:45-13:55 - Ich setze Wasser auf und weiche meine Wäsche ein

13:55-15:15 - Wir entspannen ein bisschen und schreiben einen Blogeintrag über unsere Erlebnisse am Wochenende

15:15-15:45 - Wir trinken noch einen Schluck Wasser und fahren dann mit den Rädern zur Post um den Brief einzuschmeißen

15:45-16:45 - Nachdem wir erfahren haben, dass unsere Hausmädchen kein Fahrrad fahren können versuchen wir es ihnen beizubringen

16:45-17:30 - Ich putze Toilette und Dusche und fülle die Eimer mit Wasser auf, weil das gerade aus dem Hahn kommt

17:30-18:15 - Ich jogge ein paar Runden im Innenhof

18:15-18:30 - Ich geselle mich zu den Schwestern, die im Garten sitzen, und wir erzählen uns vom Tag während ich warte bis Eli fertig geduscht hat

18:30-18:45 - Ich gehe duschen

18:45-19:35 - Ich tippe den Blogeintrag auf dem Laptop ab

19:35-20:15 - Mit den Schwestern essen wir zu Abend

20:15-20:30 - Wir spülen das Geschirr

20:30-20:35 - Ich putze meine Zähne und mache mich bettfertig

20:35-22:00 - Ich gucke noch einen Film

22:00 - Ich mache das Licht aus. Gute Nacht!

 

Liebe Grüße

Eure Angela

 

Auf dem Weg zum Hafen... Beim Fotos schießen hatten wir größten Spaß!

Die Fischer ziehen ihre Netze ein...Aus einem einzigen Baumstamm wird ein Kanu geschnitzt... Im kleinen Dorf wird der Fisch von den Frauen zubereitet... Fußballspielen am Strand!Stößchen! Mama Natalia und ihre Kinder!Unsere Raupe Nimmersatt!Die Kinder freuen sich jeden Morgen wenn wir kommen! Im Kreis singen wir und spielen Spiele... Bevor es in die Klasse geht wird sich aufgestellt! Englischunterricht! Hongera! Das hast du gut gemacht! Zur Belohnung bekommt jeder eine Tasse Uji :) Mhhh lecker!Da bleibt kein Rest in der Schüssel!Wann kommt Mami?Auch der Abwasch will erledigt werden... Trampeln, trampeln, tampeln!!

17Februar
2014

Pichas ;)

17Februar
2014

Zwischenseminar!

Am Freitagabend sind wir vom Zwischenseminar zurück gekommen. Es war super die ganzen anderen Freiwilligen wieder zu treffen. Wir haben uns alle ja schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen und hatten uns eine Menge zu erzählen. 

Austauschen konnten wir uns auch in den Kleingruppen, in die wir aufgeteilt wurden. Wir haben unterschiedliche Themen bekommen und die Aufgabe, eine kleine Präsentation dazu vorzubereiten. Ich war in der Kleingruppe "Schule und Bildung" womit ich ja selber bereits einige Erfahrungen sammeln durfte. Alle Gruppen haben sich entschieden ein kleines Schauspiel zu machen, welche sehr lustig, zum Teil aber auch ziemlich kritisch waren. Man merkte, dass wir alle eher weniger von den Systemen hier im Land überzeugt sind. Es ist halt doch ein Entwicklungsland. Trotzdem stellten alle die außergewöhnliche Freundlichkeit und Lebenslust der Afrikaner heraus. Auch unsere Mentoren schauten sich die Präsentationen an und ich war erstaunt, dass sie ebenfalls ziemlich viel Kritik gegenüber ihrer Politik äußerten.

Der Journalist, der uns am Dienstag besuchte, war jedoch weniger kritisch. Er erzählte uns eine Menge über die politische Situation Tansanias und wir hatten viel Zeit, um Fragen zu stellen. Man hatte jedoch den Eindruck, dass für ihn alles Friede, Freude, Eierkuchen war. Probleme wie mangelnde Frauenbildung, fehlende Infrastruktur und manipulierte Wahlen schien er nicht zu sehen. Er war der Meinung in Tansania sei alles fair. Man müsse sich jetzt in Zukunft lediglich auf die neuen Gasfunde konzentrieren, das würde dem Land schnell helfen. Dabei würden auch die ausländischen Firmen kein Problem darstellen, denn von denen würde man ja schließlich auch Geld bekommen. "Interessante Ansichten!", dachten wir.

Am Mittwoch besuchten wir dann die Universität in Dar-es-Salaam. Nachdem die Hinfahrt etwas länger gedauert hatte, als geplant, da es in der Nacht geregnet hatte, kamen wir schließlich doch am Campus an. Dieser war riesig und wunderschön. Studenten lernten draußen in einer großen Parkanlage, die ebenfalls zur Uni gehörte. Hier kamen wir uns auch in unseren langen Röcken und weiten T-Shirts ziemlich altmodisch und hässlich vor, denn alle anderen sahen aus wie in Deutschland auch. Enge Röhrenjeans und Tops soweit das Auge reichte. Peinlich! Zum Glück wurden wir schnell in einen Hörsaal geleitet, wo uns ein Professor mit Hilfe von Beamer und Leinwand einen Vortrag zur Bedeutung Kiswahilis für Tansania und ganz Afrika hielt. Das war echt interessant und man merkte, dass sich der Vortragende in seinem Gebiet auskannte. Er hat mich fast davon überzeugt, dass mir die Sprache später doch noch einmal etwas bringen könnte. Nach der Vorlesung ging es dann in die Kantine der Uni. Da war das Essen garantiert leckerer als in jeder deutschen Mensa. Es gab reichlich Hühnchen mit Reis, Gemüse, Bohnen, zum Nachtisch einen großen Obstteller und ein Getränk für weniger als fünf Euro. Wir waren total begeistert.

Zurück im Agape-Centre haben wir die Abende auf dem Dach unseres Hauses verbracht. Eigentlich soll dort noch eine zweite Etage errichtet werden, die ist jedoch noch nicht fertiggestellt. Mit Gitarrenspiel und Gesang ließen wir die Tage ausklingen. 

Als Abschluss des gesamten Seminars ging es dann am Donnerstag zum Strand. Der gehörte zu einem ziemlich luxuriösen Hotel, sodass man sich richtig wie im Urlaub fühlte. Wir genossen die Sonne, gingen Schwimmen und erfreuten uns an einem riesigen Buffet. Es gab Zwiebelsuppe, Salat, Pizza, Nudeln mit Sahnesoße, Schokopudding und natürlich vieles Mehr. Der pure Wahnsinn denn auf all diese Köstlichkeiten mussten wir ja schließlich die letzten vier Monate verzichten. Zu allem Überfluss gab es dann auch noch Mineralwasser mit Kohlensäure. Auf der schönen Sonnenterasse am indischen Ozean fühlten wir uns wie im Paradies. Leider konnten wir nicht länger bleiben, denn am nächsten Tag ging es ja schon früh wieder zurück. 

Die Busfahrt verllief dieses Mal aber ohne Pannen und so fuhren wir nur etwa 14 Stunden, die schnell vergehen, wenn rechts und links von einem Giraffen und Zebras durch die Savanne stolzieren. 

Liebe Grüße

Eure Angela

08Februar
2014

2014!

Hallo Ihr Lieben! Wir wissen wir haben schon eine ganze Weile nicht mehr geschrieben. Samahani - es tut uns leid! Dafür gibt es jetzt umso mehr zu berichten.

Silvester haben wir mit vier anderen Volontären in Matema in gemütlicher Runde mit einem Bierchen verbracht. Ein Feuerwerk gab es zwar nicht aber Wunderkerzen hatten wir dabei und nachdem wir auch auf das deutsche Neujahr noch gewartet hatten, sind wir mit der Tochter des Gästehausbesitzers zu einer Openair-Beachparty gegangen. Zu lauter Musik tanzten die Leute im Sand. Wären wir nicht die einzigen Weißen gewesen, hätte es auch glatt Spanien sein können. Wir waren total begeistert und wollten sofort auf die Tanzfläche. Lilian fand die Idee zwar nicht so gut aber davon ließen wir uns nicht abhalten und zogen sie mit in die Menge. Das stellte sich jedoch kurze Zeit später als eher unkluge Entscheidung heraus - auf der Tanzfläche befanden sich zu 70% Männer, die bei unserem Anblick regelrecht ausrasteten. Mit unseren noch nassen, zum Dutt hochgesteckten Haaren, ungeschminkt, mit langen Röcken und Schlabbershirts fühlten wir uns auch richtig heiß. Kein Wunder, dass wir direkt angetanzt wurden. Und im Gegensatz zu den Deutschen können die tansanischen Männer tanzen und sind dementsprechend forsch.

Nachdem Lilian die ersten zwei Kerle energisch abgewehrt hatte, kamen schnell zwei Weitere. Diesmal spielten die ersten Beiden unsere Aufpasser; und die waren noch wesentlich energischer als Lilian. Schnell kamen Weitere hinzu, um den Streit zu schlichten, was die Situation jedoch erst recht zum Eskalieren brachte. Innerhalb von Sekunden lag der Erste am Boden worauf folgend wir uns schnell aus dem Staub machten. Die restliche Nacht tanzten wir dann mit Lilians Freunden am Rande der Tanzfläche.

Nach wenigen Stunden Schlaf machten wir uns Neujahr dann auf den Weg zum sagenumwogenen Wasserfall, von dem uns jeder in Matema bereits erzählt hatte. Die Wanderung in die Berge war mehr als abenteuerlich. Irgendwo im Nirgendwo waren wir unserem Guide vollkommen ausgeliefert. Der kümmerte sich aber liebevoll um uns. Unser Weg führte uns über Stock und Stein sowie durch Bäche. Auch einige Klettereinheiten waren im Preis mit inbegriffen. Das war natürlich total mein Ding aber zwischendurch fragten wir uns: "Wie sollen wir da bloß hoch und vorallem später wieder runter kommen?" Ganz nebenbei erzählte uns Moyo dann auch noch, dass am Bach auch Baby-Alligatoren lebten. Die haben wir jedoch nicht zu Gesicht bekommen. Der Aufstieg hat sich dennoch definitiv gelohnt. Der Wasserfall war echt groß und an seinem Fuße befand sich ein riesiger natürlicher Swimmingpool, in dem wir uns erst einmal erfrischten. Glücklich trieben wir im kühlen Nass und blickten in den strahlend blauen Himmel. Das ist doch wohl mal eine gute Alternative zum verkaterten Start ins Neue Jahr. 

Zurück in Kyela fing dann schon bald der Kindergarten wieder an und wir freuten uns endlich wieder arbeiten gehen zu können. Zusammen mit den Lehrerinnen ackerten wir am ersten Tag vor dem Klassenraum und jähteten Unkraut in den Schulbeeten. Eli verspürte plötzlich ein leichtes Pieken unter dem linken Fußballen. Es war aber nichts zu sehen und wir machten uns keine weiteren Gedanken darum. Auch die Woche über wurde es nicht schlimmer.

Am Freitag teilte uns die Schwester mit, dass wir am Samstag nach Mbeya fahren würden, um die andere Schwester zu besuchen, die dort am Knie operiert wurde. Am nächsten Morgen jedoch sah Elis Fuß nicht mehr so gut aus. Rund um die schmerzende Stelle hatte sich eine Eiterblase gebildet. Die zeigten wir sogleich der Schwester, welche daraufhin Nadel und Rasierklinge zuckt. Sie meinte das sei ein Dorn. Den könne man schnell entfernen. Der Eiter saß jedoch zu tief, sodass sie beschloss, dass wir am nächsten Tag zum Arzt gehen würden. Jetzt ginge es erst einmal auf nach Mbeya. 

Im Motherhouse angekommen wurden wir direkt ins Krankenzimmer geführt. Dort herrschte reger Trubel. Die Gäste gingen ein und aus. Die Schwester schien schon recht wohlauf zu sein. Sie lachte eine Menge und freute sich sehr, dass auch wir gekommen waren. Bei so viel positiver Energie dachten wir: "Das scheint ja schnell verheilt zu sein, wenn es ihr jetzt schon wieder so gut geht." Aber wir wurden eines Besseren belehrt. Als sie uns ihre Narbe zeigte, die von der Mitte des Oberschenkels bis zur Mitte des Schienbeins reichte, fehlten uns die Worte. In Deutschland wären die Langzeitschäden einer solchen OP garantiert geringer ausgefallen. 

An Sonntagmorgen machten wir uns dann auf den Weg zum Krankenhaus, um den Dorn entfernen zu lassen. Dahin wurden wir zum Glück vom Arzt gefahren, denn das Laufen gestaltete sich bei Eli mittlerweile schon echt schwierig. 

Das Krankenhaus hier ist mit einem deutschen Krankenhaus kaum zu vergleichen. Dennoch gab es gewisse Ähnlichkeiten. Im Eingangsbereich standen ein paar Bänke, auf denen Patienten warteten. Der Reihe nach wurden sie aufgerufen, sich im Büro anzumelden. Dort sah man jedoch, dass man sich nicht in Deutschland befand. Die Zettelstapel reichten bis zur Decke, sodass es uns schwierig erschien, den Durchblick zu wahren und wir uns fragten, ob Elis Anmeldekarte wohl jemals wiedergefunden werden würde. 

Es ging dann jedenfalls weiter ins Sprechzimmer. Dort notierte der Arzt kurz den Krankheitsverlauf und erklärte uns, was er als nächstes tun würde. Auch nach einer Tetanusimpfung erkundigte er sich. Insgesamt machte er einen kompetenten Eindruck. 

Auf dem Weg zum Operationsraum kam uns dann ein Huhn entgegen. Aber das ist ja auch in einem deutschen Krankenhaus kaum etwas besonderes. Die OP selber verlief gut - sogar mit Betäubung und Handschuhen. Nur einen Arztkittel befand der Doktor scheinbar als unnötig. 

Wieder zu Hause angekommen war die kleine Wunde bereits nach zwei Tagen wieder verheilt und es konnte erneut ab aufs Feld gehen - diesmal jedoch mit Schuhen. Wir lernen ja aus unseren Fehlern. Zwar hatte der Trecker bereits seit einigen Wochen jeden Tag versprochen zu kommen, er war jedoch noch immer nicht erschienen, sodass sich die Schwester bereits größte Sorgen um den Reis machte. Der sollte nämlich eigentlich vor dem Regen gesät werden und jetzt fielen nachts schon die ersten Tropfen. Das bereitete der Schwester schlaflose Nächte. So fingen wir selber an mit der Hacke das Feld umzugraben. Bei 30°C in der prallen Sonne ist das jedoch keine sehr angenehme Arbeit und so freute sich schließlich nicht nur die Schwester als der Trecker dann doch noch kam. Was für ein Glück!

Kaum war der Reis gesät fing es dann nachts auch richtig an zu schütten. Dieses sorgte für einen angenehmen Temperatursturz. Wir genossen es nicht bei jeder kleinsten Bewegung gleich zu schwitzen. Der Schwester waren die 20°C jedoch schon viel zu kalt. Sie kramte morgens ihre mit Fell gefütterte Daunenjacke heraus um zur Kirche zu gehen - wir konnten uns ein Lächeln nicht verkneifen. 

Außerdem kamen mit dem Regen auch jede Menge fliegende Ameisen. Eines Abends saß die Schwester gemütlich auf der Couch während das Hausmädchen die Insekten, sie zum Licht geflogen waren, einfing. Mit irritiertem Blick betrachteten wir das Geschehen bis uns die Schwester mitteilte, dass wir die Tiere gleich essen würden. Schnell verzogen sich unsere Gesichter zu einer eher geekelten Miene. Trotzdem probierten wir wenig später die mit Zwiebeln angebratenen "Kumbikumbis". Und auch wenn diese immer noch nicht besonders appetitlich aussahen, schmeckten sie gar nicht mal so schlecht.

Am 3.2. hatte neben mir auch Eli ihr 19. Lebensjahr abgeschlossen. Spontan feierten wir mit Bier uns Killepitsch rein. Und auch der Geburtstag selber wurde ein voller Erfolg. Wir backten Kuchen, dekorierten das Esszimmer und holten Pakete von der Post ab. Außerdem schlachtete ich ein Huhn, sodass wir abends ein großes Abendessen auftischten. Es war ein schöner Tag, den nicht nur Eli sehr genoss.

Am Mittwoch sind wir dann nach 19-stündiger Fahrt mit ganzen zehn Minuten Pinkelpause und vollen vier Stunden Buspanne heile in Dar-es-Salaam zum Zwischenseminar angekommen. Hier bereiten wir mit allen anderen Freiwilligen zusammen Morgenandachten vor, gestalten einen bunten Abend und tragen Vorträge vor. Wir haben Einzelgespräche mit unseren Betreuern von der Caritas und werden einen Tag am Strand und in der Universität verbringen. 

Davon berichte ich dann, wenn ich wieder zurück in Kyela bin. Auch Fotos werde ich dann noch hochladen.

Bis dahin liebe Grüße

Eure Angela

28Dezember
2013

Krismasi njema!

Unsere Weihnachtsvorbereitung begann vor etwa zwei Wochen – wir hatten auf einmal jeden Tag Chorprobe. Dabei wurden meist weniger Weihnachtslieder gesungen, als viel mehr Stunden lang diskutiert, wie das Outfit für den Gottesdienst aussehen sollte.


Einen Tag vor Heiligabend gingen wir morgens in die Stadt, um uns die Haare flechten zu lassen. Die Frisörin inspizierte zunächst unsere Haare und beschloss, das auch wir, wie die Afrikaner künstliche Haare bräuchten, um die Zöpfe zu flechten. Siebeneinhalb Stunden verbrachten wir danach in dem Salon, weil sich nur eine Frau an unsere “weichen” Haare traute. Alle, die beim Frisör vorbeigingen, machten Kommentare wie, “Oh du flechtest die Haare der Weißen!” oder “Das steht euch so gut!”. Als wir endlich fertig waren, war es schon dunkel und wir hatten Sorge, das die Schwester meckern würde, weil wir so spät nach Hause kamen, aber sie war so begeistert von unseren neuen Frisuren, dass ihr das gar nicht auffiel.


Am 24. wurde dann die gesamte Kirche dekoriert. Aber denkt jetzt ja nicht an Weihnachtsbäume mit Strohsternen! Es sah aus wie…Ach guckt euch lieber das Foto an. Uns fehlen da die Worte. Unglaublich viele Blinklichter und Kitsch pur. Manch einer würde sagen: “Da kriegt man ja Augenkrebs!”
Nach der letzten Chorprobe machten wir Bescherung, denn unsere Eltern hatten uns Weihnachtspäckchen geschickt. Wir saßen bei Kerzenschein in unserem Zimmer und freuten uns über selbstgemachte Nussecken, Spekulatius, Lebkuchen und Schokolade. Danach gab es Abendbrot und wir machten uns fertig für den Gottesdienst um 10 Uhr. Dieser war wie immer gut besucht und feierlich. Gegen Mitternacht kamen wir zurück. Zu Hause gab es für jeden noch ein Soda und die Schwestern wollten ein Video gucken. Leider funktionierte der Ton nicht und auch der Handwerker, der mitten in der Nacht am Heiligabend gerufen wurde konnte das Problem auch nicht lösen. So gingen wir nach etwas Smalltalk ins Bett.


3 Stunden später klingelte auch der Wecker schon wieder – Eli musste in der ersten Messe singen. Da keiner von uns am Weihnachtsmorgen alleine frühstücken wollte, quälte auch ich mich aus dem Bett. Aber das war halb so schlimm, denn es gab Vollkornbrot und Mettwurst – ebenfalls aus dem Weihnachtspaket.

Nachdem Eli weg war, legte ich mich noch einmal ins Bett. Um neun Uhr traf sich mein Chor, um noch schnell die Steps zu üben - frühzeitig wie immer.
Die Messe war eigentlich wie jede andere Sonntagsmesse auch, wären da nicht die Lichterketten gewesen, hätte man nicht gemerkt das Weihnachten ist.
Zu Hause gab es dann aber großes Weihnachtsessen mit Hühnchen, Pilau, geröstete Bananen, Gemüse und Kartoffeln.
Zur Feier des Tages gab es weiße Teller und auch die Hausmädchen durften mit am Tisch sitzen. Die waren mit der Situation jedoch etwas überfordert, denn sie hatten noch nie mit Messer und Gabel gegessen und wussten nicht so recht was sie damit anfangen sollten. Nach kurzer Einweisung klappte es dann mehr oder weniger gut. Nachdem wir uns fast bis zum Platzen vollgefressen hatten, sollten wir für die Schwestern tanzen, erst auf “tansanisch” dann auf “deutsch”.


Am 2. Weihnachtstag gab es außer der normalen Frühmesse keinen weiteren Gottesdienst mehr. Nach dem Füttern der Kaninchen schlachteten wir ein Hühnchen. Während ich das Tier festhielt, versuchte Eli ihm mit dem Messer die Kehle durchzuschneiden. Immer wieder zappelte das Huhn unter meinen Füßen. So war es auch für Eli schwierig, den Kopf festzuhalten und gleichzeitig zu schneiden. Zum Glück war der fachkundige Priester vor Ort und konnte ihr helfen.Ich konnte bei dem ganzen Spektakel kaum zugucken. Ich wage es ja zu bezweifeln, dass das ein angenehmer Tod war, denn es dauerte eine ganze Weile bis es tatsächlich gestorben war. Als es dann endlich tot war, schmiss das Hausmädchen es in kochendes Wasser und schnell stank es in der gesamten Küche bestialisch. Wir beeilten uns also schnell die Haut von den Füßen abzuziehen und die Federn zu rupfen. Danach schnitt das Hausmädchen das Huhn wahllos in Stücke. Ne leckere Hühnerbrust oder -bollen scheinen die hier nicht zu kennen. Das gesamte Huhn landete samt Kopf und Füßen im Kochtopf. Wir können uns glücklich schätzen, dass die Innereien vorher entfernt wurden.
Geschmeckt hat es dann beim Mittagessen zwar trotzdem aber ich denke ich werde es in Deutschland weiterhin bevorzugen, das fertige Fleisch beim Metzger zu kaufen.


Soweit die Berichterstattung von Weihnachten in Tansania. Ich hoffe auch ihr hattet schöne Feiertage.

Krismasi njema - Frohe Weihnachten wünscht euch

Eure Angela

Auf geht's in die Kirche!

:)

Schön was?!

Wie immer falle ich kaum auf...

Mein Chor :)

:)

Großes Weihnachtsessen

Da wird das Huhn unter meinen Füßen geschlachtet - den Anblick erspare ich euch lieber!

Hühnchen rupfen :D

Und Hühnchen zerschneiden!

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